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Begegnungschor „Sin(g)tegration“

Gründung des Begegnungschors „Sin(g)tegration“ in Langenselbold

 

Eine erfolgreiche Migrations- und Integrationspolitik ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Die gelungene Integration von Zuwanderern ist nicht nur abhängig von der Integrationsfähigkeit und –willigkeit der Menschen mit Migrationshintergrund, sondern auch von der Bereitschaft fremde Menschen in seiner Mitte aufzunehmen und teilhaben zu lassen. Für Langenselbold scheint dies im Großen und Ganzen gelungen zu sein. 238 Flüchtlinge, darunter 100 Kinder, haben zurzeit in Langenselbold Zuflucht gefunden, Deutsch gelernt, Freunde und zum Teil auch bereits Arbeit gefunden. Zu einem nicht unerheblichen Teil ist dies einer guten Betreuung seitens der Stadt Langenselbold sowie einem Heer von ehrenamtlichen Helfern und Gönnern zu verdanken.

 

Das neueste Projekt ist nun die Gründung eines Begegnungschors unter dem Namen „Sin(g)tegration“, einem Wortspiel aus Singen und Integration, geleitet von Michael Schnadt, dem Chorleiter und Vorsitzenden vom Verein „Haus der Musik“. Die Idee ist so simpel wie genial: Flüchtlinge und Einheimische singen und musizieren gemeinsam. So weit so gut. Jedoch kam bereits bei einem ersten Gespräch zwischen Herrn Schnadt und der Stadt Langenselbold die Frage auf: „Wie soll das denn funktionieren? Arabisch und Tigrinia, Farsi und Deutsch, am Ende noch hessisch? Das können wir uns nicht vorstellen. Das ist unmöglich“. 

 

Wer Herrn Schnadt und seine mitreißende und motivierende Art kennt, kann sich vorstellen wie das Gespräch weitergegangen ist (natürlich auf hessisch): „Des is überhaupt net unmöglich. Da kommen mer mal zusammen, bringen sie ein paar Leute mit, auch Flüchtlinge, und ich beweise es Ihnen. Wir singen einfach Obstsalat.“ „Aha!“

 

Und so kam es, dass sich im vergangenen November eine Gruppe von Neugierigen, bestehend aus der Leiterin des Sozialamtes Verena Lenz und deren Stellvertreterin Soraya Rein, diversen Ehrenamtlern sowie einigen Flüchtlingen, im Stucksaal getroffen hat und sehr gespannt war, wie das jetzt funktionieren könnte.

 

Schon bald stand die Gruppe noch etwas betreten im Kreis und hat auf Anweisungen seitens Herrn Schnadts gewartet, die auch nicht lange auf sich warten ließen. „Mango, Mango, Kiwi, An Anas, Banaaaane.“ Kichern und betretenes Schweigen! Beim zweiten Versuch, bereits mit einer kleinen Tanzeinlage, hat es schon besser geklappt. Und was keiner für möglich gehalten hat, innerhalb von 10 Minuten war der Raum mit Lachen und guter Laune gefüllt.

 

Die erste Hürde war genommen, Herr Schnadt hat die Anwesenden überzeugt und den Bürgermeister mit ins Boot zu holen war keine große Hürde. Er fand die Idee gut und hat der Finanzierung des Projektes sofort zugestimmt. Geeignete Räumlichkeiten waren auch schnell gefunden, eine Asylbewerberin aus dem Iran hat das Logo entworfen, ein Name für den Chor wurde aus den Reihen der Ehrenamtler gefunden, kurz das Projekt nahm seinen Lauf und steht nun unmittelbar vor der Umsetzung.

 

Der Begegnungschor „Sin(g)tegration“ für Kinder ab 13 Jahren und Erwachse hat seine erste Probe am Mittwoch, 1. März 2017, um 18.00 Uhr in einem Nebenraum der Klosterberghalle. Die Proben finden zukünftig immer mittwochs von 18.00 bis 18.45 Uhr statt. Bitte nehmen Sie mit Herrn Ölsner, Tel. 06184/802-18 im Rathaus Kontakt auf. Hier können Sie sich weitere Informationen holen, oder zu einer Schnupperstunde im Chor anmelden. Deutsche und Migranten sollen zusammen kommen und gemeinsam singen und musizieren. Jeder, der gerne sonst nur unter der Dusche oder bei einem Gläschen Wein singt, ob er Noten lesen kann oder nicht, ist herzlich eingeladen ein Mitglied des neuen Chors zu werden. Mit Rhythmik, Bewegung und viel Spaß soll einfache, internationale Chormusik vermittelt werden.

 

„Musik verbindet und kann die Tür zu einer friedvolleren Welt einen Spalt weiter öffnen. Alter, Geschlecht, Nationalität, Gewicht und Körpergröße – alles nicht wichtig“, so der engagierte Chorleiter. „Sie sind herzlich willkommen!“

 

Allen Beteiligten war es aber auch wichtig die Kinder unter 13 Jahren nicht unberücksichtigt zu lassen. Und so entstand die Idee, zusätzlich zum Begegnungschor ein Angebot für die 5- bis 12jährigen zu schaffen. In den Räumen des JUZ wird ebenfalls ab 1. März 2017 von 17.30 bis 18.00 Uhr ein Instrumentenkarussell angeboten. In zwei Gruppen für bis zu zehn Kinder soll für 5- bis 8jährige und 9- bis 12jährige ein spielerischer Einstieg in einen Instrumentalunterricht angeboten werden. Die Kinder werden im Laufe der Zeit verschiedene Instrumente aktiv kennen lernen und hoffentlich viel Spaß miteinander haben. Auch hier ist es den Verantwortlichen wichtig, dass am Instrumentenkarussell nicht nur Flüchtlingskinder teilnehmen. Alle Kinder aller Nationalitäten sind willkommen. Da nur begrenzt Plätze zur Verfügung stehen, kann teilnehmen, wer sich zuerst anmeldet.